Einsatz » 18.07.12: Brand eines Strohballenlagers
MARLOFFSTEIN - In der Nacht auf den 18.07.2012 wurde die FF Buckenhof zu einem Brand von Strohballen alarmiert, noch nicht ahnend, dass sich dieser Einsatz mit einer Dauer von fast 9 Stunden zu einem der längsten Einsätze der letzten Jahre entwickeln würde. Die Alarmierung der FF Buckenhof erfolgte um 2.58 Uhr über die ILS Nürnberg zu einem Brand von Strohballen zwischen Uttenreuth und Marloffstein. Dabei handelte es sich um eine Nachalarmierung, da die zuerst alarmierten Einheiten aus Uttenreuth und Marloffstein beim Eintreffen am Brandort feststellten, dass für die Bekämpfung des bereits ausgedehnten Brandes eine lange Schlauchleitung von Uttenreuth in Richtung Marloffstein aufgebaut werden muss. Aus diesem Grund wurden zeitgleich mit Buckenhof noch die Feuerwehren aus Spardorf und Weiher nachalarmiert, ebenso wie der SW2000 aus Heroldsberg. Die Anfahrt in tiefster Dunkelheit war auf Sicht möglich.
Beim Brandobjekt handelte es sich um ein Lager von Strohballen, das sich auf einer Freifläche eines landwirtschaftlichen Anwesens an der Uttenreuther Straße im Bereich des Gemeindegebiets Marloffstein befand. Laut Presseberichten waren es rund 300 Strohballen, die bereits beim Eintreffen der ersten Feuerwehren größtenteils in Vollbrand standen. In unmittelbarer Nähe der brennenden Strohballen stand ein Stall mit mehreren Ochsen und Kühen sowie eine daran angrenzende Maschinenhalle mit landwirtschaftlichem Gerät. Daher wurde sofort ein massiver Löschangriff aufgebaut, der über mehrere C-Rohre sowie den Dachwerfer des HLF aus Uttenreuth geführt wurde. Das Löschwasser wurde zunächst aus den Fahrzeugtanks sowie aus einem Entenweiher auf dem Gelände entnommen.
Für die langfristige Löschwasserversorgung wurde während dieser Zeit eine Schlauchleitung von einem Hydranten am Ortsende von Uttenreuth bis zur Brandstelle gelegt. Hierzu verlegte die Besatzung des SW2000 aus Heroldsberg etwa 1 km Schläuche, durch die das Wasser über 2 Verstärkerpumpen den Hang hinauf zum Buckenhofer LF gepumpt wurde. Dieses speiste dann die beiden Uttenreuther LF ein. Die Wasserversorgung des Marloffsteiner LF wurde weiterhin aus dem Entenweiher sichergestellt, der sich erst in den frühen Morgenstunden leerte. Als er fast leer war, wurde er mit dem Pumptankwagen eines Landwirts wieder aufgefüllt, damit beständig Löschwasser aus ihm entnommen werden konnte.
Das Löschen des Brandes gestaltete sich schwierig, da die Strohballen in mehreren Reihen nebeneinander und übereinander aufgestapelt waren. Der Brandbereich war in dichten Rauch gehüllt, sodass die Einsatzkräfte an der vordersten Front unter schwerem Atemschutz agieren mussten. Mehrere Landwirte aus den angrenzenden Orten unterstützten mit ihren Frontladern das Öffnen der dicht gepressten Strohballen, um ein Löschen der tief in den Ballen verborgenen Feuerstellen zu ermöglichen.
Um kurz nach 4 Uhr wurde dann der THW-Ortsverband Baiersdorf mit MTW und Unimog-Kran alarmiert. Mit dem Unimog-Kran wurden die Strohballen Stück für Stück auseinandergezogen, um die Feuerstellen zwischen den Ballen und die Glutnester in den Ballen bekämpfen zu können. Diese Arbeit dauerte bis in den Mittag hinein. Das Stroh wurde anschließend auf einem benachbarten Feld verteilt und nochmals abgelöscht.
Im Laufe der Einsatztätigkeit der Feuerwehren wurde auch die Feldküche des BRK Erlangen-Höchstadt an die Einsatzstelle beordert. Diese versorgte die Kräfte mit Kaffee und Gebäck, einem Frühstück und später auch mit einem Mittagessen.
Während der Lösch- und Aufräumarbeiten war die Ortsverbindungsstraße zwischen Uttenreuth und Marloffstein komplett gesperrt. Bei dem Feuer wurden keine Personen verletzt. Die letzten Einsatzkräfte verließen die Einsatzstelle erst nach über 10 Stunden.
Beamte der Kripo haben am Morgen die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Nach den Erkenntnissen am Einsatzort wurde Brandstiftung vermutet. Auch nach den ersten Ermittlungsergebnissen am Folgetag geht die Polizei davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden ist. Ob ein Zusammenhang zu Bränden im Bereich Eckental und im Landkreis Forchheim (v. a. Scheunenbrände) besteht, ist noch unklar.
Text: Sven Pöhlmann - Stand: 28.07.2012
Eingesetzte Feuerwehren: Weitere Stellen:
Links auf externe Internetressourcen:
 Bericht „Strohballen in Flammen“ des KFV Erlangen-Höchstadt (ext. Link)
 
 Bericht „Angst vor Feuerteufel: Schon wieder Brand im Oberland“ der NN Online (ext. Link)
 
 Bericht „Ist hier ein Feuerteufel am Werk?“ der NN Online (ext. Link)
 
 Bericht „Sirenengeheul im Oberland: Strohballen brennen lichterloh“ der NN Online (ext. Link)
In Absprache der Pressestelle des KFV Erlangen-Höchstadt mit dem Polizeipräsidium Mittelfranken wurde vereinbart, dass bis auf Weiteres (zumindest von den Feuerwehren) keine Fotos veröffentlicht werden.
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