Informationen zur Vogelgrippe

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Allgemeine Informationen

Zunächst einige allgemeine Informationen zum Thema Vogelgrippe, auch Geflügelpest bzw. Aviäre Influenza genannt, aus dem "Merkblatt Vogelgrippe" vom Gesundheitsamt Nürnberg:
  • Grundsätzlich können alle Vögel an der Vogelgrippe erkranken. Sie unterscheiden sich jedoch durch unterschiedlich schwere Krankheitsverläufe. Während Enten zum Beispiel oft nur wenige Krankheitsbeschwerden aufweisen, zeigt sich bei Hühnern und Puten eine größere Anfälligkeit mit schwerem, tödlichen Verlauf.
  • Im Normalfall infiziert sich der Mensch äußerst selten mit Vogelinfluenza-Viren.
  • Die Vögel scheiden die Influenza-Viren mit allen Körpersekreten aus, besonders hoch ist die Konzentration im Kot. Menschen können den Erreger durch Einatmen kotverunreinigter Staubpartikel oder durch eine Schmierinfektion über die Hände aufnehmen.
  • Bei den meisten menschlichen Erkrankungen waren bisher Personen mit sehr engem Kontakt zu infiziertem Geflügel betroffen. Das Risiko einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung gilt als ausgesprochen gering.
  • Nach Expertenmeinungen geht das Übertragungsrisiko des H5N1-Virus durch Tauben und Singvögel gegen Null. Tauben im Stadtgebiet stellen also keine Gefahr dar. Auch vereinzelt aufgefundene tote Singvögel sind kein Grund zur Beunruhigung.
  • Dagegen haben sich Wasservögel bisher als besonders anfällig erwiesen. Auf das Füttern von Enten, Gänsen und Schwänen sollte bis auf weiteres verzichtet werden.
  • Bitte keine toten Vögel anfassen oder einsammeln! Bei einem verdächtigen Fund (mehrere tote Vögel oder ein toter Schwan) sollte die Polizei oder Feuerwehr benachrichtigt werden.
  • Bei versehentlichem Hautkontakt mit verdächtigen Vögeln empfiehlt sich eine gründliche Reinigung.
  • Der Verzehr von gut durchgegartem Geflügelfleisch oder Hühnereiern ist völlig unbedenklich.


Karte zur fortschreitenden Verbreitung

Über die fortschreitende Verbreitung der Vogelgrippe kann man sich mit dieser interaktiven Karte vom Centrum für Reisemedizin (CRM) informieren.
 


Fragen und Antworten

Auch außerhalb der von Vogelgrippe betroffenen Regionen stellen sich viele Fragen zum Umgang mit möglicherweise infizierten Tieren. Hier ist eine Zusammenstellung der häufigsten Fragen und deren Antworten:
  • Was ist Geflügelpest (Vogelgrippe)?
    Die Geflügelpest ist eine besonders schwer verlaufende Form der Aviären Influenza oder Vogelgrippe. Sie kann alle Geflügelarten befallen, am schwersten erkranken Hühner und Puten. Die Krankheit verläuft sehr rasant mit deutlichen Krankheitszeichen und führt innerhalb weniger Tage zum Tod der Tiere.

    Die Geflügelpest ist sehr ansteckend. Kranke Tiere scheiden mit Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit, also allen Körperausscheidungen, massenhaft Virus aus. Die Ansteckung von Geflügel erfolgt durch direkten Kontakt mit kranken Tieren, deren Ausscheidungen oder durch Kontakt mit infiziertem Material wie Dung, Transportkisten, Eierkartons, Gerätschaften, Fahrzeuge. Bei starker Staubentwicklung ist auch eine indirekte Ansteckung über die Luft möglich. Auch Wildvögel können sich anstecken und den Erreger weitertragen, dabei müssen sie nicht unbedingt selbst erkranken.
  • Ist Geflügelpest ansteckend für den Menschen?
    Obwohl Influenzaviren auch beim Mensch und verschiedenen Tierarten wie Pferd und Schwein vorkommen und Grippeerkrankungen hervorrufen, handelt es sich nicht um einen einheitlichen Erreger, der ohne weiteres von einer Spezies auf die andere übergeht. Am ehesten ist noch ein Wechsel zwischen Mensch und Schwein möglich.

    In den letzten Jahren wurde aber auch eine Reihe von direkten Übertragungen des aviären Influenzavirus (AIV) auf den Menschen bekannt. Derzeit existieren allerdings keine Hinweise auf das Auftreten eines H5N1-Influenzavirus in Asien, das die Speziesbarriere zum Menschen soweit überwunden hat, dass es in der Lage ist, leicht von Mensch zu Mensch übertragen zu werden. Die Gefahr der Entstehung eines solchen Virus in der Region Südost-Asien ist aber aufgrund der in einigen Teilen der Region wieder unkontrolliert auftretenden Geflügelpest nicht gebannt.
  • Darf man Geflügel gegen Geflügelpest impfen und ist das sinnvoll?
    Es ist in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft verboten, gegen Geflügelpest zu impfen und es gibt derzeit auch keinen spezifischen zugelassenen Impfstoff. Die Prüfung von Impfstoffen hat gezeigt, das durch Impfung zwar eine Erkrankung verhindert werden kann, das Seuchenvirus sich aber dennoch im Tier vermehrt und auch ausgeschieden wird, allerdings in geringerem Maße. Das könnte zu einer unerkannten Weiterverbreitung des Seuchenvirus führen und die Seuche bei uns heimisch machen.

    Das Ziel der Bekämpfung ist jedoch die Tilgung der Seuche und des Erregers.
  • Ist der Kot von infizierten Vögeln gefährlich?
    Vogelgrippe-Erreger finden sich zwar auch im Kot erkrankter Tiere, aber in der Regel nur in kleiner Menge. Hinzu kommt, dass das Grippevirus im Kot nicht allzu lange überlebt. Bei Sonnenschein stirbt es schon nach wenigen Stunden ab, bei bedecktem Himmel dauert es zumindest 24 Stunden. Anfassen sollte man den Vogelkot dennoch nicht oder nur mit Handschuhen.
  • Sollte man Vogelkot besser gar nicht mehr berühren?
    Wer etwa sein Auto vom Vogelschiss befreien will, sollte rein vorsorglich Handschuhe tragen, viel Wasser benutzen und einen Lappen, den man anschließend wegwirft und nicht etwa in den Küchenschrank zurücklegt. Fasst man Vogelkot an, sollte man sich die Hände waschen, das genügt. Was eventuell unter den Schuhen kleben bleibt, ist auf Grund der geringen Menge ungefährlich.
  • Übertragen Singvögel die Vogelgrippe?
    Nach derzeitigem Wissenstand geht von Singvögeln kein oder ein äußerst geringes Risiko einer Übertragung aus.
  • Können Tauben erkranken?
    Tauben sind kaum empfänglich für Geflügelpest. Eine experimentelle Infektion kann aber auch bei Tauben zu Erkrankungen und Todesfällen führen. Infizierte Tauben scheiden den Erreger jedoch nur in sehr geringen Mengen aus. Das Verbreitungsrisiko wird deshalb als gering eingeschätzt.
  • Können Hunde sich mit dem Vogelgrippe-Virus anstecken?
    Eine Gefahr für Hunde ist zur Zeit rein spekulativ. Bis jetzt ist kein Fall natürlicher Infektion bekannt, bei dem der Erreger auf Hunde mit Krankheitsfolge übertragen wurde.
  • Können Katzen sich mit dem Vogelgrippe-Virus anstecken?
    Katzen können sich anstecken, wenn sie größere Mengen an hoch pathogenem Virus (H5N1) aufnehmen, zum Beispiel indem sie infizierten Vogelkot oder erkrankte Vögel fressen. Allerdings passiert eine solche Ansteckung nur selten, denn die Virusmenge müsste sehr groß sein. Beim Vogelkot ist das in der Regel nicht der Fall. Die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Infektion von Katzen in Deutschland ist demnach gering.
  • Was ist mit dem heimischen Wellensittich?
    Ein Tier, das in der Wohnung ist, kann sich nicht anstecken. Aber auch, wenn es auf dem Balkon frei fliegen darf, ist es nicht gefährdet. Selbst wenn ein infizierter Schwan vorbeiflöge und just in dem Moment Vogeldreck aufs Balkongeländer fallen ließe, würde diese Menge für eine Ansteckung kaum ausreichen.
  • Was soll man tun, wenn man tote Vögel findet?
    Einzelne Vögel verenden immer wieder aus verschiedensten Gründen. Dennoch sollte man auf keinen Fall einen toten Vogel ungeschützt (ohne Handschuhe) anfassen. Am besten gar nicht erst das Tier anfassen. Haustiere und Kinder sollte man fernhalten. Handelt es sich um mehrere tote Vögel an einem Fundort, sollte man unbedingt das Veterinäramt, die Polizei oder Feuerwehr informieren. Diese werden dann sagen, wie weiter verfahren wird und den Kadaver gegebenenfalls abholen und untersuchen.
  • Kann man noch Geflügelfleisch, Eier und andere Geflügelprodukte essen?
    Bei der Zubereitung von Geflügel, Geflügelfleischprodukten und Eiern müssen die üblichen hygienischen Maßnahmen beachtet werden. Bei ausreichender Erhitzung der Lebensmittel durch Kochen oder Braten, bei der im Inneren des Fleisches oder des Eies 70 C erreicht werden, ist der Verzehr von so zubereiteten Geflügelgerichten und Eiern unbedenklich. Vollständig durchgegartes Geflügelfleisch sollte auch am Knochen nicht mehr rosa sein.

    Derzeit besteht ein Jagdverbot für Wildgeflügel, so dass von Tiefkühlfasanen oder -wildenten keine Gefahr ausgeht, denn sie sind lange vor der Vogelgrippe geschossen worden. Wie zum Schutz vor Salmonellen sollten auch Eier, beispielsweise von Wachteln, nur durchgegart gegessen werden: Das heißt, Eiweiß und Eigelb müssen geronnen sein. Ist das der Fall, ist ein möglicher Erreger tot, und es besteht keinerlei Gefahr.


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